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„ALLES BANANE?“

13.09.2022

ZukunftsAtelier mit dem Chiemgau-Gymnasium im Museum DASMAXIMUM

Wie kann ich mein eigenes Umfeld im gemeinschaftlichen Handeln zum Besseren verändern? Diese Frage stellte sich der weltbekannte deutsche Künstler Joseph Beuys angesichts Waldsterbens und Kaltem Krieg bereits 1982. Eine Antwort darauf fand er in dem Projekt „7000 Eichen – Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung." Über einen Zeitraum von 5 Jahren wurden 7000 Bäume jeweils mit einer Basaltstele im Stadtgebiet von Kassel verpflanzt. Seit 2015 erinnern die vom Museum DASMAXIMUM organisierten „Eichenpflanzungen zu Ehren von Joseph Beuys“ an diese Aktion.
30 Jahre später stellen sich diese Frage nun auch Schülerinnen und Schüler des Chiemgau-Gymnasiums aus Traunstein. Die Kunst AG und die Umwelt AG der Schule hatten sich unter der Leitung der Lehrkräfte Jeffrey Veit, Sophia Grutsch und Ferdinand Reicheneder zusammengeschlossen, um am neuen Schulprojekt des Museums, dem ZukunftsAtelier, teilzunehmen, das vom Freundeskreis DASMAXIMUM, dem Netzwerk STADTKULTUR und der Münchner Stiftung ZukunftJetzt! finanziell ermöglicht wird.
Aufbauend auf Joseph Beuys´ Sozialer Plastik möchte das ZukunftsAtelier ein Bewusstsein für gesellschaftliche Verantwortung schaffen. Angesichts der großen Herausforderungen unserer Zeit dominiert oft ein Gefühl der Ohnmacht. Im ZukunftsAtelier werden gemeinsam Möglichkeiten entwickelt, selber ins Handeln zu kommen, sei es auch im kleinsten Bereich.
So sammelten die Schülerinnen und Schüler an einem ersten Termin im Museum gemeinsam mit Kunstpädagogin Susanne Frigge Ideen, wo sie Veränderungsbedarf in unserer Gesellschaft sehen. Gerade die Umwelt AG erwies sich in diesem Bereich als erprobt. Bereits 2019 hatte sie das Projekt “Plant(s) for Future” in Traunstein ins Leben gerufen und dabei über 100 Bäume und Sträucher gepflanzt. Vielleicht gerade aus diesem Grund entschied sich die Gruppe gemeinschaftlich für ein anderes Thema: Sie wollen dem Druck, dem junge Menschen sowie Schülerinnen und Schüler ausgesetzt sind, mehr Sichtbarkeit verschaffen. Kunstlehrer Jeffrey Veit war zwar zunächst überrascht von der Themenwahl seiner Schüler, wunderte sich aber wenig. Das Thema sei ein gesamtgesellschaftliches Problem und gerade Jugendliche stünden oft am Ende einer langen Kette von Belastungen etwa in Schule oder Elternhaus.

Schüler des Chiemgau Gymnasium besprechen im Museum DASMAXIMUM mögliche Themen für das ZukunftsAtelier, im Hintergrund Dan Flavins Installation „European Couples“, © Estate of Dan Flavin VG Bild Kunst, Bonn, Foto: J. Veit
Schüler des Chiemgau Gymnasium besprechen im Museum
DASMAXIMUM mögliche Themen für das ZukunftsAtelier, im
Hintergrund Dan Flavins Installation „European Couples“, © Estate of
Dan Flavin VG Bild Kunst, Bonn, Foto: J. Veit

In einem zweiten Workshop an der Schule in Traunstein folgte dann die künstlerische Umsetzung der Idee. Die Gruppe stand vor der Herausforderung, den Druck, die Überforderung, das enge Korsett, unter dem die Schüler leiden, dazustellen, ohne Gesichter oder Personen zu zeigen - einerseits um die eigene Privatsphäre zu schützen, aber auch um allzu klischeehafte Bilder zu vermeiden. So wurden stattdessen Obst und Gemüse als Symbol für die Individualität und Vielfalt der Schüler im Schraubstock gesprengt, mit Raspeln geschreddert oder mit Messern zurechtgestutzt. Die Aktion wurde von den Jugendlichen filmisch festgehalten und zu einem Kurzfilm geschnitten, der im Herbst im Kultur- und Veranstaltungszentrum k1 in Traunreut präsentiert werden soll.

Standbild aus dem Film der Schülerinnen und Schüler des Chiemgau Gymnasium
Standbild aus dem Film der Schülerinnen und Schüler des Chiemgau
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