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"Helden helfen" am ChG

21.03.2024

Elternbeirat organisiert Projekttag für die 6. Jahrgangsstufen

„Jede und jeder von euch kann helfen und zum Helden werden,“ begrüßte Schulleiter Markus Gnad die Schülerinnen und Schüler der sechsten Jahrgangsstufe des Chiemgau-Gymnasiums, die sich in der neuen Aula versammelt hatten, und bedankte sich bei den Referenten, die eigens für diese Veranstaltung an die Schule gekommen waren, sowie beim Elternbeirat, der diesen Tag im Rahmen des Jahresthemas „Zivilcourage“ zusammen mit der Schule organisiert hatte.

Elternbeiratsvorsitzende Claudia Lahr wandte sich mit einer ähnlichen Botschaft an das Auditorium: „Alle müssen etwas beitragen, damit unsere Gesellschaft funktioniert. Es ist also entscheidend, was ihr tut und was ihr nicht tut.“ Bei dieser Gelegenheit bedankte sie sich bei „Vergissmeinnicht e.V.“ und beim Förderverein der Schule für die großzügige Unterstützung des Projekttages sowie bei Michael Götzinger, dem Unterstufenkoordinator, für die gute Zusammenarbeit. Ziel dieser Veranstaltung sollte sein, dass auch die noch sehr jungen Schülerinnen und Schüler unter Einbeziehung praktischer Fallbeispiele und Übungen ihre eigene Wirksamkeit erleben.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde der Referentinnen und Referenten präsentierte Philip Moser das Schulpastorale Zentrum: „Wir wollen Menschen im Lebensraum Schule stärken. Wir haben ein tolles Team mit vielen spannenden Angeboten und sind gerne für euch da.“Im Anschluss erläuterte Günter Schwarz das Wirken des Weißen Rings und wie sich Betroffene hier Hilfe holen können. „Das Opfer hat immer lebenslänglich,“ lautete sein wohl prägendster Satz. In den folgenden fünf Unterrichtsstunden erlebten die fünf Klassen der sechsten Jahrgangsstufe jeweils klassenweise im Wechsel alle Referentinnen und Referenten einzeln.

Bei Michaela Hofmeister, Präventionsbeamtin der Bundespolizei Freilassing, ging es darum, dass jeder laut § 323c StGB verpflichtet ist, in Unglücksfällen oder Notsituationen zu helfen, wenn es möglich, erforderlich und zumutbar ist. „Ihr seid erst 12 oder 13 Jahre alt, aber ihr könnt schon sehr viel beitragen, ohne selbst in die Situation involviert zu werden, z. B. durch Absetzen des Notrufes oder durch das Organisieren von Hilfe“, sensibilisierte sie die Schülerinnen und Schüler und erklärte detaillierter, wie dies in alltäglichen Situationen, z. B. am Schulweg, im öffentlichen Nahverkehr oder sogar am Pausenhof konkret aussehen könnte.

Adi Bernard und Klaus Schlöglmann vom Kun-Tai-Ko Karate Dojo Inzell unterrichteten die Jugendlichen in einer stark verschlankten Form ihres bewährten Selbstbehauptungskurses, wie durch Selbstbewusstsein Stärke erlangt werden kann. Beide gaben den Schülerinnen und Schülern die Empfehlung: „In so einem Fall ist Schluss mit brav und leise! Nutzt das Überraschungsmoment, schreit und wehrt Euch!“

Praktisches Lernen: Klaus Schlöglmann, Trainer beim Kun-Tai-Ko Dojo Inzell, leitet die Jugendlichen beim Projekttag „Helden helfen“ am ChG an, sich gezielt selbst zu verteidigen.
Praktisches Lernen: Klaus Schlöglmann, Trainer beim Kun-Tai-Ko Dojo Inzell, leitet die Jugendlichen beim Projekttag „Helden helfen“ am ChG an, sich gezielt selbst zu verteidigen.

Vanessa Juraschek von der Staatsanwaltschaft Traunstein erarbeitete mit den Schülerinnen und Schülern anhand einiger wohlüberlegter Fallbeispiele, welche Möglichkeiten und Pflichten des Eingreifens sich in Situationen ergeben könnten, die jedem von uns passieren können. „Helfen ja, aber ohne sich selbst in Gefahr zu bringen“ war die Quintessenz der durchgesprochenen Beispiele.

Thomas Könnecke, Betreiber mehrerer Taekwon-Do Schulen, leitete an, wie mit Angst umzugehen ist, um bei Notfällen adäquat reagieren zu können und handlungsfähig zu bleiben: „Die Angst muss nicht euer Gegner sein. Wenn man richtig mit ihr umgehen kann, ist die Angst dein stärkster Helfer!"

Angela Rees, qualifizierte Ausbilderin für Peer-Mediation am Schulpastoralen Zentrum, zeigte den sehr aufmerksamen jungen Gästen, wie das menschliche Konfliktverhalten sich im Laufe der Evolution verändert hat. Ihr Appell: Als Menschen haben wir die Möglichkeit – im Gegensatz zu den Tieren – unser Konfliktverhalten situationsangepasst frei zu wählen und uns gegebenenfalls auch nachher zu entschuldigen. Dazu lernten die Schülerinnen und Schüler fünf mögliche Verhaltensweisen im Konflikt kennen und für welche Konfliktsituationen sie sinnvollerweise angewendet werden.

Claudia Lahr
(Elternbeiratsvorsitzende Chiemgau-Gymnasium)

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